THE VIRTUAL ART - BOOK & MAP FAIR

8 Bingen+Duderstadt, anno 1650, Merian M. 127

€220.00

Title: Bingen+Duderstadt, anno 1650, Merian Matthäus
Blattmaß: 30x37 cm.,, gering gebräunt, oben links (ausserhalb der Darstellung) restaurierter Eckabriss.

Bingen (heute: Bingen am Rhein)
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Topographia Colonia et al..
Merian, Frankfurt am Main 1646, S. 11–13.
[11] Bingen / Bingium, ist allbereit vor Zeiten berühmbt / dem Tacito, Ammiano, Ausonio, vnd andern bekant gewesen; so die folgende Scribenten Piguiam genant haben. Ligt vier Meil Wegs vnter Mayntz / am Rhein / wo die Nahe / oder Nava, darein fallt, (an dessen anderm Gestad sie vor Zeiten gestanden) vnd ist solche Statt dem Dom-Capitel deß hohen Stifft Mayntz / der Zeit gehörig. Ist ein lustige Statt / so gleichsam meinem Raachen ligt / da sich das Gebürg zu beyden Seiten zusammen zeucht; vnd da oben an der Statt / ein steinerne gewölbte Brück vber die Nau / oder Nahe / gehet. Es hat allhie auch ein Ganerbschafft / wie zu Beckelheim / so ingleichem Mäyntzisch ist. Vnd ist nahend bey der Statt der Druselbrunn; daher man fürgibt / Drusus habe sich allhie zu tod gefallen: Davon aber oben bey Mayntz gesagt worden / vnnd auch anderswo bey Wißbaden gesagt werden wird. Pfaltzgraff Rupertus, so hernach in die Zahl der Heiligen versetzt worden / hat diesen Ort berühmbt gemacht / dessen Vatter eben an dem Ort bey Bingen / vnd der Nah / auff dem Berg / ein Schloß / vnd Statt / vnnd sonst seine Güter daherumb an der Nah / vnd dem Rheinstrom gehabt. Vnd haben vielleicht von diesem heiligen Ruperto, dem Beichtiger / deßwegen so viel Pfaltzgraffen den Namen [12] Rupertorum, getragen. Die heilige Jungfraw Hildegardis, (deren Trithemius offt / sonderlich in seiner Hirschawischen Chronick gedencket) hat sein Leben lang hernach / beschrieben; so ihn von den Hertzogen in Lothringen herführet: Aber Freherus wil fast mehr part. 2. Origin. cap. 11. in f. dem Martyrologio Usuardi glauben / welches den 15. May also setzet: Zu Bingen S. Roperti, deß Hertzogs / Pfaltzgraffen bey Rhein / vnnd Beichtigers. Besagte Hildegard / so Anno 1180. gestorben / vnd zuvor Meisterin deß Klosters S. Disibodi-Berg / gewesen / hat nahe bey Bingen / das Jungfraw Kloster S. Ruprechtsberg / auff dem Berg / vber dem Wasser Naha / bey deß gedachten heiligen Ruperti Grab / Anno 1148. gestifftet / vnd erbawet / vnd sich dahin / mit ihren Kloster Jungfrawen begeben / allda sie auch nach ihrem Tod begraben worden ist. Besiehe / was von ihr / vnd dem heiligen Ruperto, Serarius lib. 2. Rer. Mogunt. cap. 35. vnd 37. auch von besagter Statt Bingen / schreibet / welche die Norstmannen zerstöret haben. Vmb das Jahr 1302. (Brunnerus sagt 1301.) ist sie vom Keyser Alberto I. belagert worden / vnd muste sie Chur Mayntz / mit Ehrenfelß / Scharffenstein / Clop / den Castellen / vnd dem Stättlein Lonstein / vermög der Friedens-Articul / dem Keyser vbergeben. Anno 1321. waren die Bürger allhie auffrührisch; wie auch vorhero Anno 1230. beydesmal wider den Rath; vnd dann Anno 1486. wider ihre Herrn / das Dom-Capitul zu Mayntz; wie hievon Trithemius in Chronico Sponheim. zulesen. Etwas vor dem Jahr 1400. seynd allhie sechs vnd dreyssig Bürger / so der Waldenser Lehr anhiengen / vom Ertzbischoff Conrado zu Mayntz / so Anno 1395. gestorben / verbrandt worden; wie in einer geschriebenen Verzeichnis stehet. Anno 1403. entstunde allhie zu Bingen / auß einem Zufall / ein solche Brunst / daß kaum der vierdte Theil der Statt vberblieben / vnnd auch die Pfarr-Kirch darauffgangen ist. Anno 1490. ist wider ein Brand allda entstanden / der in kurtzem mehr / als 240. Häuser / gegen dem Rhein zu / vnnd auff dem Marckt / mit sampt der Cantzley / vnnd etlichen Capellen / hinweggenommen; vnnd were die Statt verbronnen / wann die benachbarte Ringgäwer nicht zu hülff kommen weren. Sie hat einen andern grossen Schaden in dem genommen / daß Churfürst Pfaltzgraff Philips / ihr den berühmbten Monat Marck entzogen / vnd solchen nach Münster an der Nahe gelegt hat: Wie obgedachte Verzeichnuß abermals anzeiget. Anno 1639. den 11. vnd 21. Novembris, nahmen die Weymarischen Schloß vnnd Statt Bingen eyn / so aber Anno 1640. im Augusto / die Keyserisch- vnd Spanischen / vnter dem Feld-Marschall von Geleen / wider eroberten; nach dem zuvor sie / vnnd die Bayrischen / zum zweytenmal darvor nichts außgerichtet hatten. Gegen die Weymarischen hat sich / in besagtem Jahr / dieser Ort auch wol gewehret / vnnd zween Stürm abgeschlagen; vnnd hat sich das Schloß / darauff die Besatzung gewichen / noch / nach der Statt / etwas gehalten; muste sich doch endlich auch ergeben. Vnd ist Bingen auch vorhero / in dem Schwedischen Krieg / nicht vnangefochten blieben. Anno 1644. nach dem die Frantzosen Mayntz vnnd anderer Ort am Rhein / sich bemächtiget / haben sie auch dieses eingenommen / vnd besetzt.

Ein Büchsenschuß vnter der Statt / stehet / auff einer kleinen Insul / in dem Rhein / der beruffen Mäußthurn /[1] gleichsamb / als ein kleines Schloß / welcher auff einem Felsen / vnnd auß grossen / vnd wehrhafften Steinen / wider alle deß Flusses Wellen / vnnd Güsse / erbawet ist. Wann der Rhein klein wird / so mercket man am Felsen / vmb den Thurn / der heut zu Tag stehet / daß entweder Mauren / oder ein anders Gebäw da gewesen / vnd daß mit grosser Mühe desselben Grund gelegt worden; in deren grössern Steinen man etlichmal Zeichen von etlichen Creutzlein / oder gleichsam Speychen von Rädern / vnnd in dem Thurn selbsten / ein außgehöletes Loch / in welches man heutiges Tags die jenige / so in dem benachbarten Zollhauß sich vergreiffen / zustecken pflegt / findet. Trithemius sagt in der Hirschawischen Chronick / vnd im Jahr 967. daß dieser Thurn zur Wart / für das Vatterland / vor Zeiten sey erbawet worden. Etliche alte Verß von dem Ertzbischoff Willigiso, geben zuerkennen / daß solcher Thurn von ihme seye herkommen / auß welchen drey also lauten:

Pontem construxtit apud Aschaffburg, benè duxit
Ac pontem per Nahe: miles transit quoque verna,
Et benè Necesse prope Bing Mäusen dedit esse.

Vnd von solcher Wart / vermeynet gedachter Serarius, habe der Thurn den Namen bekommen. Dann wer außspähet / vnnd von einer Wart etwas ersiehet / den heisse man Mausen / das ist / auff die Mäuse / wie die Katzen / laustern / vnd warten. Dieweil dann dieser Thurn mitten im Rhein ein Wart / vnd deßwegen erbawet war / entweder die Feinde / oder Wahren / vnnd Schifffuhren / außzuspähen; deßwegen hab man ihn den Mäußthurn zunennen angefangen.

Die ander Vrsach seye / sagt er / daß / wann wir ein einsam / vnd ödes Hauß / darinn niemands mehr wohnet / sehen / wir solches ein Hauß der Mäuse nennen / als welche sich darinn ohne Schew auffhalten. Daß aber solcher Thurn schon vor längsten vnbewohnet gewest / das sey offenbar / schreibet er lib. 4. da er die Histori vom Ertzbischoff Hattone II. zu Mayntz / (der allhie von den Mäusen gefressen worden seyn / vnd solcher Thurn daher den Namen haben solle) am 696. vnd folgenden Blättern / zu widerlegen / vnd für eine Fabel zu halten / sich vnterstehet. Gedachter Trithemius sagt an gemeltem Ort / vnd 35. Blat: Huic nos fabulae auctoritatem nec damus, nec rursus subtrahimus, quam usque in hodiernum diem, et à veteribus deseriptam legimus, [13] et ab Incolis terrae, ut à Proavis perceptam auditu, ad nepotes referre non ignoramus, etc. Anno 1639. ist dieser Mäußthurn im Rhein anfangs von den Weymarischen / vnnd Frantzosen; hernach im Christmonat von den Bayrischen besetzt worden.

Duderstatt (heute: Duderstadt)
[13] Duderstatt / ist eine Hanse-Statt / wie Werdenhagen de Rebuspubl. Hanseat. part. 4. cap. 7. fol. 39. b. schreibet. Ist alt / vnd an der Wipper / auff dem Eichsfeld / ein Meil von Heiligenstatt / auff einem sehr lustigen vnnd fruchtbaren Boden / so mit guter Weyde vmbgeben / vnd gegen Mittag waldächte Berglein hat / gelegen. Sie hat die Freyheit jederzeit erhalten / ihre Regalien exerciert / vnd Müntz geschlagen. Wie aber solche Statt an Chur Mayntz kommen / wird vnten bey Heiligenstatt vermeldet. Hertzog Wilhelm zu Sachsen-Weymar / hat diesen Ort Anno 1632. im Februario; hernach der Graff von Pappenheim / folgends Anno 33. im Julio, Hertzog Georg zu Lüneburg / erobert / den Wall / vnd Aussenwerck / geschleyfft / vnd allein den Stattgraben / sampt dem innern kleinen Wall / vnd Mauren / gelassen. Ward folgends wider Mayntzisch: Aber Anno 1639. vom Schwedischen Obristen Königsmarck abermals erobert; etwas bessers bevestiget / vnd besetzt. Es haben damaln die Schwedische auch das Hauß Gleichenstein auff diesem Eichsfeld; vnd das Schloß Gletten- oder Clettenberg / am Hartz / bekommen. Vnd muste das Ländlein Eichsfeld gewaltig herhalten. Aber Anno 1641. bekamen die Keyserischen Duderstatt; vnd das folgende 42. Jahr die Schwedischen wider solches eyn; Da dann auch Gleichen / oder Gleichenstein / mit Accord vbergangen ist.
Description: Bingen+Duderstadt, anno 1650, Merian Matthäus
Blattmaß: 30x37 cm.,, gering gebräunt, oben links (ausserhalb der Darstellung) restaurierter Eckabriss.

Bingen (heute: Bingen am Rhein)
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Topographia Colonia et al..
Merian, Frankfurt am Main 1646, S. 11–13.
[11] Bingen / Bingium, ist allbereit vor Zeiten berühmbt / dem Tacito, Ammiano, Ausonio, vnd andern bekant gewesen; so die folgende Scribenten Piguiam genant haben. Ligt vier Meil Wegs vnter Mayntz / am Rhein / wo die Nahe / oder Nava, darein fallt, (an dessen anderm Gestad sie vor Zeiten gestanden) vnd ist solche Statt dem Dom-Capitel deß hohen Stifft Mayntz / der Zeit gehörig. Ist ein lustige Statt / so gleichsam meinem Raachen ligt / da sich das Gebürg zu beyden Seiten zusammen zeucht; vnd da oben an der Statt / ein steinerne gewölbte Brück vber die Nau / oder Nahe / gehet. Es hat allhie auch ein Ganerbschafft / wie zu Beckelheim / so ingleichem Mäyntzisch ist. Vnd ist nahend bey der Statt der Druselbrunn; daher man fürgibt / Drusus habe sich allhie zu tod gefallen: Davon aber oben bey Mayntz gesagt worden / vnnd auch anderswo bey Wißbaden gesagt werden wird. Pfaltzgraff Rupertus, so hernach in die Zahl der Heiligen versetzt worden / hat diesen Ort berühmbt gemacht / dessen Vatter eben an dem Ort bey Bingen / vnd der Nah / auff dem Berg / ein Schloß / vnd Statt / vnnd sonst seine Güter daherumb an der Nah / vnd dem Rheinstrom gehabt. Vnd haben vielleicht von diesem heiligen Ruperto, dem Beichtiger / deßwegen so viel Pfaltzgraffen den Namen [12] Rupertorum, getragen. Die heilige Jungfraw Hildegardis, (deren Trithemius offt / sonderlich in seiner Hirschawischen Chronick gedencket) hat sein Leben lang hernach / beschrieben; so ihn von den Hertzogen in Lothringen herführet: Aber Freherus wil fast mehr part. 2. Origin. cap. 11. in f. dem Martyrologio Usuardi glauben / welches den 15. May also setzet: Zu Bingen S. Roperti, deß Hertzogs / Pfaltzgraffen bey Rhein / vnnd Beichtigers. Besagte Hildegard / so Anno 1180. gestorben / vnd zuvor Meisterin deß Klosters S. Disibodi-Berg / gewesen / hat nahe bey Bingen / das Jungfraw Kloster S. Ruprechtsberg / auff dem Berg / vber dem Wasser Naha / bey deß gedachten heiligen Ruperti Grab / Anno 1148. gestifftet / vnd erbawet / vnd sich dahin / mit ihren Kloster Jungfrawen begeben / allda sie auch nach ihrem Tod begraben worden ist. Besiehe / was von ihr / vnd dem heiligen Ruperto, Serarius lib. 2. Rer. Mogunt. cap. 35. vnd 37. auch von besagter Statt Bingen / schreibet / welche die Norstmannen zerstöret haben. Vmb das Jahr 1302. (Brunnerus sagt 1301.) ist sie vom Keyser Alberto I. belagert worden / vnd muste sie Chur Mayntz / mit Ehrenfelß / Scharffenstein / Clop / den Castellen / vnd dem Stättlein Lonstein / vermög der Friedens-Articul / dem Keyser vbergeben. Anno 1321. waren die Bürger allhie auffrührisch; wie auch vorhero Anno 1230. beydesmal wider den Rath; vnd dann Anno 1486. wider ihre Herrn / das Dom-Capitul zu Mayntz; wie hievon Trithemius in Chronico Sponheim. zulesen. Etwas vor dem Jahr 1400. seynd allhie sechs vnd dreyssig Bürger / so der Waldenser Lehr anhiengen / vom Ertzbischoff Conrado zu Mayntz / so Anno 1395. gestorben / verbrandt worden; wie in einer geschriebenen Verzeichnis stehet. Anno 1403. entstunde allhie zu Bingen / auß einem Zufall / ein solche Brunst / daß kaum der vierdte Theil der Statt vberblieben / vnnd auch die Pfarr-Kirch darauffgangen ist. Anno 1490. ist wider ein Brand allda entstanden / der in kurtzem mehr / als 240. Häuser / gegen dem Rhein zu / vnnd auff dem Marckt / mit sampt der Cantzley / vnnd etlichen Capellen / hinweggenommen; vnnd were die Statt verbronnen / wann die benachbarte Ringgäwer nicht zu hülff kommen weren. Sie hat einen andern grossen Schaden in dem genommen / daß Churfürst Pfaltzgraff Philips / ihr den berühmbten Monat Marck entzogen / vnd solchen nach Münster an der Nahe gelegt hat: Wie obgedachte Verzeichnuß abermals anzeiget. Anno 1639. den 11. vnd 21. Novembris, nahmen die Weymarischen Schloß vnnd Statt Bingen eyn / so aber Anno 1640. im Augusto / die Keyserisch- vnd Spanischen / vnter dem Feld-Marschall von Geleen / wider eroberten; nach dem zuvor sie / vnnd die Bayrischen / zum zweytenmal darvor nichts außgerichtet hatten. Gegen die Weymarischen hat sich / in besagtem Jahr / dieser Ort auch wol gewehret / vnnd zween Stürm abgeschlagen; vnnd hat sich das Schloß / darauff die Besatzung gewichen / noch / nach der Statt / etwas gehalten; muste sich doch endlich auch ergeben. Vnd ist Bingen auch vorhero / in dem Schwedischen Krieg / nicht vnangefochten blieben. Anno 1644. nach dem die Frantzosen Mayntz vnnd anderer Ort am Rhein / sich bemächtiget / haben sie auch dieses eingenommen / vnd besetzt.

Ein Büchsenschuß vnter der Statt / stehet / auff einer kleinen Insul / in dem Rhein / der beruffen Mäußthurn /[1] gleichsamb / als ein kleines Schloß / welcher auff einem Felsen / vnnd auß grossen / vnd wehrhafften Steinen / wider alle deß Flusses Wellen / vnnd Güsse / erbawet ist. Wann der Rhein klein wird / so mercket man am Felsen / vmb den Thurn / der heut zu Tag stehet / daß entweder Mauren / oder ein anders Gebäw da gewesen / vnd daß mit grosser Mühe desselben Grund gelegt worden; in deren grössern Steinen man etlichmal Zeichen von etlichen Creutzlein / oder gleichsam Speychen von Rädern / vnnd in dem Thurn selbsten / ein außgehöletes Loch / in welches man heutiges Tags die jenige / so in dem benachbarten Zollhauß sich vergreiffen / zustecken pflegt / findet. Trithemius sagt in der Hirschawischen Chronick / vnd im Jahr 967. daß dieser Thurn zur Wart / für das Vatterland / vor Zeiten sey erbawet worden. Etliche alte Verß von dem Ertzbischoff Willigiso, geben zuerkennen / daß solcher Thurn von ihme seye herkommen / auß welchen drey also lauten:

Pontem construxtit apud Aschaffburg, benè duxit
Ac pontem per Nahe: miles transit quoque verna,
Et benè Necesse prope Bing Mäusen dedit esse.

Vnd von solcher Wart / vermeynet gedachter Serarius, habe der Thurn den Namen bekommen. Dann wer außspähet / vnnd von einer Wart etwas ersiehet / den heisse man Mausen / das ist / auff die Mäuse / wie die Katzen / laustern / vnd warten. Dieweil dann dieser Thurn mitten im Rhein ein Wart / vnd deßwegen erbawet war / entweder die Feinde / oder Wahren / vnnd Schifffuhren / außzuspähen; deßwegen hab man ihn den Mäußthurn zunennen angefangen.

Die ander Vrsach seye / sagt er / daß / wann wir ein einsam / vnd ödes Hauß / darinn niemands mehr wohnet / sehen / wir solches ein Hauß der Mäuse nennen / als welche sich darinn ohne Schew auffhalten. Daß aber solcher Thurn schon vor längsten vnbewohnet gewest / das sey offenbar / schreibet er lib. 4. da er die Histori vom Ertzbischoff Hattone II. zu Mayntz / (der allhie von den Mäusen gefressen worden seyn / vnd solcher Thurn daher den Namen haben solle) am 696. vnd folgenden Blättern / zu widerlegen / vnd für eine Fabel zu halten / sich vnterstehet. Gedachter Trithemius sagt an gemeltem Ort / vnd 35. Blat: Huic nos fabulae auctoritatem nec damus, nec rursus subtrahimus, quam usque in hodiernum diem, et à veteribus deseriptam legimus, [13] et ab Incolis terrae, ut à Proavis perceptam auditu, ad nepotes referre non ignoramus, etc. Anno 1639. ist dieser Mäußthurn im Rhein anfangs von den Weymarischen / vnnd Frantzosen; hernach im Christmonat von den Bayrischen besetzt worden.

Duderstatt (heute: Duderstadt)
[13] Duderstatt / ist eine Hanse-Statt / wie Werdenhagen de Rebuspubl. Hanseat. part. 4. cap. 7. fol. 39. b. schreibet. Ist alt / vnd an der Wipper / auff dem Eichsfeld / ein Meil von Heiligenstatt / auff einem sehr lustigen vnnd fruchtbaren Boden / so mit guter Weyde vmbgeben / vnd gegen Mittag waldächte Berglein hat / gelegen. Sie hat die Freyheit jederzeit erhalten / ihre Regalien exerciert / vnd Müntz geschlagen. Wie aber solche Statt an Chur Mayntz kommen / wird vnten bey Heiligenstatt vermeldet. Hertzog Wilhelm zu Sachsen-Weymar / hat diesen Ort Anno 1632. im Februario; hernach der Graff von Pappenheim / folgends Anno 33. im Julio, Hertzog Georg zu Lüneburg / erobert / den Wall / vnd Aussenwerck / geschleyfft / vnd allein den Stattgraben / sampt dem innern kleinen Wall / vnd Mauren / gelassen. Ward folgends wider Mayntzisch: Aber Anno 1639. vom Schwedischen Obristen Königsmarck abermals erobert; etwas bessers bevestiget / vnd besetzt. Es haben damaln die Schwedische auch das Hauß Gleichenstein auff diesem Eichsfeld; vnd das Schloß Gletten- oder Clettenberg / am Hartz / bekommen. Vnd muste das Ländlein Eichsfeld gewaltig herhalten. Aber Anno 1641. bekamen die Keyserischen Duderstatt; vnd das folgende 42. Jahr die Schwedischen wider solches eyn; Da dann auch Gleichen / oder Gleichenstein / mit Accord vbergangen ist.
  • Number: 1273057
  • Dealer: Speculum Orbis Nauticum







 
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